Impulse und Anregungen unserer PEKiP Kursleiterin

Kerstin Fark (PEKiP - Gruppenleiterin) Mobil: 0176/63692095, kerstin.fark.pekip@gmx.de

... es erreichten mich viele liebe Nachrichten mit Geschichten aus dem Alltag, tollen Fotos & Videos. Ich danke Euch herzlich, dass ihr mich auf diese Weise an der weiteren Entwicklung eurer Kinder teilhaben lasst ...

Liebe PEKiP - TeilnehmerInnen, -Ehemalige & -Zukünftige,

für unsallekam die Zwangspause im PEKiP (Prager Eltern Kind Programm) aufgrund der Corona Pandemie sehr überraschend. Leider wird diese Durststrecke – ohne PEKiP – wohl noch eine ganze Weile andauern, auch wenn die ersten Lockerungen in Kraft getreten sind.

Das Mehrgenerationenhaus Eltville öffnet vorsichtig seine Pforten für Beratungsangebote, danach Angebote im Freien usw. Gruppenangebote mit Kindern sind aktuell aufgrund der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen leider noch nicht wieder möglich.

Es erreichten mich viele liebe Nachrichten mit Geschichten aus dem Alltag, tollen Fotos & Videos. Ich danke Euch herzlich, dass ihr mich auf diese Weise an der weiteren Entwicklung eurer Kinder teilhaben lasst.

Gerade weil ich noch nicht abschätzen kann, wann wir die Kurse wieder aufnehmen dürfen, möchte ich euch auf diesem Wege einige Hinweise und, entsprechend für jedes Entwicklungsstadium, Spielideen geben.

Ich möchte euch dazu ermuntern viel mit eurem Kind zu sprechen. Erzählt einfach was ihr gerade tut, wohin ihr zusammen unterwegs seid, welches T-Shirt ihr anzieht usw. So könnt ihr ganz einfach, ohne Material die sprachliche Entwicklung eures Kindes begleiten. Für euer Kind ist es wichtig, dass ihr als Eltern vielfältig mit ihm sprecht – auch wenn es natürlich die Sprache noch nicht aktiv beherrscht. Babys verstehen schon sehr früh, welche Begriffe zu welchen Gegenständen oder Personen gehören. Es kann sogar schon Worte einer Tätigkeit zuordnen, z. B.: „Hole mir das Auto!“.

Hier nun altersgerechte PEKIP-Anregungen mit dem Wasserball, die ich aus verschiedenen Publikationen für euch zusammengestellt habe:

1. Abstoßen auf dem Wasserball (ca. 0 – 3 Monate) - bereits ab der 4. Lebenswoche möglich

Ihr braucht: einen Wasserball mit einem Durchmesser von ca. 30 cm (Achtet beim Kauf eines Wasserballs unbedingt darauf, dass er keine scharfen Nähte hat. Ansonsten legt ein dünnes Tuch z.B. eine Stoffwindel darüber.)

Vorbereitung: Blast den Wasserball nicht zu fest auf. Gerade bei einem ganz jungen Baby sollte der Ball etwas nachgeben.

Das ist neu: Sich mit den Füßen abstoßen – und die Welt dabei aus einer neuen Perspektive entdecken.

So funktioniert es: Legt euer Baby bäuchlings auf den Wasserball, so dass es mit dem Brustkorb auf dem Ball liegt. Haltet es im sicheren Schalengriff (siehe Begriffserläuterung) fest. Bewegt euer Kind nun soweit nach hinten, bis es mit den Füßen den Boden berührt. Schon bald stößt sich euer Kind – anfangs ganz sanft – mit den Füßen vom Boden ab. Es entsteht eine leicht Schaukelbewegung auf dem Ball.

Wichtig: Passt die Bewegungen des Spiels immer an das Tempo und den Rhythmus eures Kindes an.

2. Vor- und Zurückrollen auf dem Wasserball (ca. 3 – 6 Monate)

Ihr braucht: einen Wasserball mit einem Durchmesser von ca. 30 cm oder größer

Vorbereitung: Der Wasserball sollte nun straff aufgeblasen sein.

Das ist neu: Anfangs wird das Abstoßen mit den Füßen durch die Berührung der Zehen und der Fußsohlen mit dem Boden ausgelöst. Nun weicht diese reflektorische Bewegung nach und nach gesteuerten & bewussten Bewegungen.

So funktioniert es: Legt euer Baby bäuchlings auf den Wasserball, so dass es mit dem Brustkorb auf dem Ball liegt. Haltet es im sicheren Schalengriff (siehe Begriffserläuterung) fest. Bewegt euer Kind nun nach hinten. Da eurem Kind das Spiel schon vertraut ist, wird es sich augenblicklich abstoßen, sobald es Bodenkontakt hat und den Ball ins Schaukeln bringen.

Je nach Temperament und Laune eures Kindes wird das Vor – und Zurückrollen mal intensiver und mal ruhiger ausfallen.

Variante 1: Wenn euer Kind schon mit dieser Anregung vertraut ist, könnt ihr die Richtung auch nach links und rechts verändern. Euer Kind wird sich entsprechend der neuen Lage anpassen.

Variante 2: Ihr benötigt zusätzlich ein gut greifbares Spielzeug. Legt das Spielzeug auf den Boden vor den Ball. Euer Kind versucht sich immer bewusster mit den Füßen abzustoßen, um das Spielzeug zu erreichen und balanciert ganz nebenbei sein Gleichgewicht aus.

Der Wasserball wird für euer Kind auch im 2. Lebenshalbjahr ein interessanter Spiel- und Bewegungsgegenstand bleiben. Er motiviert immer wieder aufs Neue und unterstützt euer Kind in seiner Entwicklung. In der Bauchlage kräftigt es beim Abstoßen auf dem Ball seine Beinmuskulatur und übt währenddessen das gezielte Beugen und Strecken der Beine. Außerdem wird seine Rumpfmuskulatur gestärkt und es lernt mit der Zeit seine Arme frei zu bewegen, um z.B. nach einem Spielzeug zu greifen. Es gelingt eurem Kind immer besser seinen Kopf und den gesamten Körper im Gleichgewicht zu halten.

3. Krabbelball (6 - 9 Monate) oder „Die Einladung zum Krabbeln“

Ihr braucht: einen Wasserball mit einem Durchmesser von ca. 40 cm oder größer

Vorbereitung: Der Wasserball sollte straff aufgeblasen sein.

Das ist neu: Eine wichtige Voraussetzung fürs Krabbeln ist, dass euer Kind sich mit den Händen vorn abstützen lernt. Diese Reaktion bleibt lebenslang erhalten, sonst würden wir beim Stolpern immer auf der Nase landen. Außerdem zieht euer Kind beim Spiel den Po hoch – auch wichtig fürs Krabbeln.

So funktioniert es: Legt euer Baby bäuchlings auf den Wasserball, so dass es mit dem Brustkorb auf dem Ball liegt. Haltet es im sicheren Schalengriff (siehe Begriffserläuterung) fest. Bewegt euer Kind nun langsam nach vorn. Euer Kind stützt sich mit den Handflächen auf dem Boden und stößt sich ab. Und weiter geht es in die nächste Runde. Ihr rollt es wieder langsam etwas nach vorn.

Wichtig: Bitte legt diesmal kein Spielzeug auf den Boden, denn dann möchte euer Kind eher danach greifen statt sich abzustützen.

4. Fußball an der Schnur & Ziemlich groß (9 – 12 Monate)

Ihr braucht: einen Wasserball mit einem Durchmesser von ca. 30 cm an einer kurzen Schnur befestigt (10 -15 cm lang)

Das ist neu: Euer Kind wird immer mobiler. Es dreht sich, robbt, krabbelt, zieht sich an allen erreichbaren Möbeln hoch und macht irgendwann auch seine ersten Schritte. Bei diesem Spiel mit dem Wasserball lernt euer Kind das Gleichgewicht stehend von einem Fuß auf den anderen zu verlagern.

So funktioniert es: Euer Kind steht an einem kleinen Tisch/Stuhl. Zeigt ihm den Wasserball, den ihr dann seitlich an seine Füße haltet - immer abwechselnd links und rechts. Euer Kind wird anfangs noch zufällig, später immer bewusster gegen den Ball treten.

Variante (nach den ersten Gehversuchen): Euer Kind kann den Wasserball festhalten und dabei ein paar Schritte gehen. Bittet es einfach, euch den Ball zu bringen. Es wird ihn begeistert holen. Dabei ändert sich sein Körperschwerpunkt und es muss sein Gleichgewicht ausbalancieren.

Lasst bei allen Spielen das Lachen nicht zu kurz kommen. Das sorgt für eine ganz besonders angenehme Atmosphäre und außerdem: Auch lachen will gelernt sein.

Ich freue mich schon jetzt, euch hoffentlich bald wieder im PEKiP begrüßen zu dürfen.

Bleibt Gesund!

 

Eure, Kerstin

P.S. Wenn ihr Fragen zu PEKiP-Anregungen u.a. habt, meldet euch gern telefonisch oder per Mail bei mir.

 

Wichtige Begriffe und Empfehlungen:

Schalengriff: Haltet euer Kind mit beiden Händen seitlich am Rumpf fest. Eure Daumen liegen dabei auf dem Brustkorb, die anderen Finger leicht gespreizt am Rücken des Babys. So bilden die Hände eine große „Schale“ um Babys Körper. Wichtig ist, euer Kind nicht direkt unter den Achseln anzufassen, sondern etwas weiter unten. Bei allen PEKiP - Anregungen und auch im Alltag empfehlen wird den sicheren Schalengriff zu nutzen.

Wiederholungen: Wiederholungen sind wichtig für alle Bewegungs- und Spielanregungen und auch im Alltag. Erst durch zahlreiche Wiederholungen werden Bewegungsabläufe sicher erlernt.

Beide Seiten anregen: Versucht bitte die PEKiP – Anregungen möglichst immer auf beiden Seiten durchzuführen, dies fängt schon beim Hochnehmen und Tragen eures Kindes an. So schont ihr auch euren Rücken.

Rahmenbedingungen: Euer Kind sollte beim gemeinsamen Spiel ausgeschlafen sein und weder Hunger, noch Durst empfinden. Ich empfehle, euer Kind immer ganz auszuziehen, auch die Windel – so hat es besonders viel Bewegungsfreiheit und ist zu spontanen Bewegungen eingeladen. Der Raum, indem gespielt wird, sollte deshalb etwa 25 – 27 °C warm sein.

 

Quellen & Literaturempfehlungen:

Hölterschinken, D.; Scherer, G. (Hrsg.); PEKiP – Das Prager-Eltern-Kind-Programm (Theoretische Grundlagen: Ursprung und Weiterentwicklung); Dortmunder Beiträge zur Pädagogik; Projekt Verlag, 2006

Largo, R.H.; Babyjahre – Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht; Piper; 2019

Polinski, L.; PEKiP: Spiel und Bewegung mit Babys, Rowohlt; 1996 (Neuerscheinung 2019)

Pulkkinen, A.; PEKiP: Babys spielerisch fördern; GU Ratgeber Kinder; 2008

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